RECENT WORKS ALBUM (CUT TOGETHER - CUTTING THROUGH)

Album (cut together - cutting through)
UHD Video Installation, silent, 124 min, 2022 (ongoing)

The video installation "Album (cut together - cutting through)" consists of every photograph taken by the artist since December 2013 until today and is constantly updated. At its current state, the work compiles more than 85.000 photographs and has a duration of approximately 124 minutes.

"Niklas Goldbach negotiates the relationship between architecture and necropolitics within its modernist traditions and postmodern maifestations. Predominantly working with video and photography, Goldbach dissects architectural elements and concepts that serve both as backdrops and catalysts of (neo)liberal and (neo)colonial subject construction. For this first part of the exhibition series, Goldbach premieres his video installation “Album (cut together – cutting through)”. Conceived as an ongoing and ever-evolving work, the video amalgamates every single image taken by the artist since 2013 until the very day of its respective future installments. The video’s image sources consciously date back to late 2013, precisely the day Goldbach initiated his ongoing photographic cycle “Permanent Daylight” that was presented during Bergen Assembly 2019 and will be again installed during the second exhibition in Stuttgart. While the photographic series is a meticulously edited selection, the video installation inverts this practice and aims towards the polar opposite: by releasing every single image taken with all cameras of the artist and by compiling them chronologically for the duration of two frames of a second, the over 65.000 images reveal the artistic process behind the selection of that one image. They bare every facet of a contemporary life in pictures through renouncing the distinctions between work and leisure, the public image and the very private image, the documentation of excessive joy and intimate pain. Here, the stream of images activates a stream of consciousness on one’s own ordinary and not-so-ordinary moments, narratives, and images, one’s own celebrations of a time-bound and vulnerable life. "
Text: "Actually, the Dead are not Dead: Politics of Life", Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 2/2020

"Niklas Goldbach verhandelt das Verhältnis von Architektur und Todespolitiken innerhalb ihrer modernistischen Traditionen und postmodernen Erscheinungsformen. Goldbach, der vorwiegend mit Video und Fotografie arbeitet, seziert architektonische Elemente und Konzepte, die als Kulisse und Katalysator (neo)liberaler und (neo)kolonialer Subjektkonstruktionen dienen. Im ersten Teil der Ausstellungsreihe Actually, the Dead Are Not Dead zeigt Goldbach seine jüngste Videoinstallation Album (cut together – cutting through). Konzipiert als ein fortlaufendes, sich ständig weiterentwickelndes Projekt, vereint das Video jedes einzelne fotografische Bild, das der Künstler seit 2013 aufgenommen hat, bis zu dem Tag der jeweiligen Ausstellungseröffnung. Die ersten Bilder datieren auf Ende 2013 zurück, genau auf jenen Tag, an dem Goldbach seine fotografische Langzeitserie Permanent Daylight begonnen hat, die in Teilen während der Bergen Assembly 2019 präsentiert wurde und in Stuttgart im Rahmen des zweiten Ausstellungsteils installiert wird. Während die Fotoserie auf einer akribischen Bildselektion beruht, verkehrt die Videoinstallation diese Praxis in ihr Gegenteil: alles wird gezeigt. Die aktuell 65.000 Fotos, aufgenommen mit verschiedenen professionellen und Handy-Kameras des Künstlers, werden in chronologischer Reihenfolge mit der Dauer von zwei Frames pro Sekunde präsentiert. Das Video enthüllt die fotografische Bildfindung und präsentiert gleichzeitig jede Facette eines zeitgenössischen Lebens in Bildern durch den bewussten Verzicht einer selektierenden Unterscheidung etwa zwischen Arbeit und Freizeit, öffentlichen und sehr privaten Aufnahme, der Dokumentation von exzessiver Freude und Schmerz. Der Bilderfluss setzt einen Gedankenfluss in Gang über die eigenen gewöhnlichen und nicht so gewöhnlichen Bilder und Erzählungen, über das Zelebrieren des eigenen zeitlich begrenzten und verwundbaren Lebens."
Text: "Actually, the Dead are not Dead: Politics of Life", Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 2/2020

"Niklas Goldbach’s ongoing and ever-evolving video installation ALBUM (CUT TOGETHER – CUTTING THROUGH) #3 amalgamates every single image taken by the artist with various cameras since 2013 until the very day of its respective future installation. While his photographic series usually constitute a meticulously edited selection of images, the video installation inverts this practice: compiled chronologically for the duration of two frames per second, more than 85,000 images often evoke the illusion of stop-motion-techniques while revealing Goldbach’s artistic process of scanning architectures and urban environments. Presented in the premises of a former public toilet and cruising area, the images bare every facet of contemporary and queer life and renounce distinctions between work and leisure, the public and very private image, the documentation of excessive joy and intimate pain. Here, the uncensored stream of images activates a stream of consciousness on one’s own ordinary and not-so- ordinary moments, narratives, and images, one’s own celebrations of a time-bound and vulnerable life. "
Text: Fanny Hauser, "BfF #1 - 1. Biennale für Freiburg ", 9/2021

"Niklas Goldbachs fortlaufende und sich ständig weiterentwickelnde Videoinstallation ALBUM (CUT TOGETHER – CUTTING THROUGH) #3 vereint alle Bilder, die der Künstler seit 2013 bis zum Tag der jeweiligen Installation mit verschiedenen Kameras aufgenommen hat. Während er für seine fotografischen Serien sonst akribisch eine Bildauswahl trifft, kehrt ALBUM diese Praxis um: Chronologisch für die Dauer von zwei Bildern pro Sekunde kompiliert, evozieren mehr als 85.000 Bilder oft die Illusion von Stop-Motion-Techniken und offenbaren Goldbachs künstlerischen Prozess, in dem er Architekturen und urbanen Umgebungen scannt. Ausgestellt in den Räumlichkeiten einer ehemaligen öffentlichen Toilette und Cruising Area zeigen die Bilder alle Facetten von zeitgenössischem und queerem Leben ohne dabei zwischen Arbeit und Freizeit, öffentlichen und sehr privaten Bildern, der Dokumentation von exzessiver Freude und intimem Schmerz zu unterscheiden. Der unzensierte Bilderfluss aktiviert in den Betrachter*innen einen Bewusstseinsstrom über die eigenen gewöhnlichen und nicht ganz so gewöhnlichen Momente, über Erzählungen und Bilder, und über die eigenen Feiern eines vergänglichen und verletzlichen Lebens. "
Text: Fanny Hauser, "BfF #1 - 1. Biennale für Freiburg ", 9/2021

"(…) Eine der fotografisch herausstechenden Positionen war jene von Niklas Goldbach. In einer stillgelegten öffentlichen Toilette an der Kaiserwache, einem einstigen Cruising Spot, installierte der Künstler eine digitale Slideshow, in der sämtliche seiner seit 2013 entstandenen Fotos mit 12 Bildern pro Sekunde als Referenz an sein Studioarchiv in einem mehrstündigen Loop gezeigt wurden. Dieser bannte die Betrachter*innen entweder in einem Sog des Verweilens oder rief aufgrund der Schnelligkeit der Bilder visuelle Adaptionschwierigkeiten hervor. Darüber hinaus setzte sich Goldbach in seiner Fotoinstallation Aufstellung: Freiburg (2021) mit den architektonischen Strukturen der Stadt wie dem Bunker unter dem Schlossberg auseinander, für die ein Zeitungsartikel über die Vertreibung von Obdachlosen als Ausgangspunkt diente. Auf verschiedenfarbigen Yoga- oder Gymnastikmatten platzierte er ein Foto in der Toilettenanlage und weitere im Kunstverein an Säulen lehnend. Zusätzlich gab er die Zeitung SAND heraus, die an Straßenzeitungen erinnert und sich dem verlassenen Gebäude der Schwarzwaldklinik Bad Rippoldsau widmete. (…)"
Aus: Camera Austria Nr. 156, Biennale für Freiburg: BfF #1 von Walter Seidl, 2021

 

EXHIBITION VIEWS


Album (cut together - cutting through) # 1, 2020  
UHD video installation, colour, silent, 99”21’ 
#1: 10.12.2013 - 27.2.2020

Exhibition views: "Actually, the Dead are not Dead: Politics of Life", Württembergischer Kunstverein Stuttgart, 2/2020
Curated by Iris Dressler, Hans D. Christ, Viktor Neumann

 

Album (cut together - cutting through) # 3, 2021  
UHD transfer to Full HD, Video installation, colour, silent, 124 minutes 
#3: 10.12.2013 - 10.09.2021

Exhibition views: "BfF #1 - 1. Biennale für Freiburg,", Kaiserwache Freiburg, 9/2021
Photo (1): Marc Doradzillo
Curated by Leon Hösl

 


VIDEO STILLS


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