The second in a series of videos about utopia in urban culture, GAN EDEN was filmed in 2005 in the pavilion of the Netherlands, built by MVRDV for the World EXPO 2000 in Hanover, Germany. Meant as both a critique of consumer society and as an example of environmentally-sustainable architecture, the Dutch entry for the World's Fair was an exploration of the idea of limited space, engaged with the question of whether increasing population density can co-exist with an increase in the quality of life, and what role nature will play in that dynamic. Abandoned at the end of the World EXPO, the pavilion has already fallen into disrepair. The video shows two men engaged in an ambiguous movement, both walking and cruising, through the space of this contemporary ruin. The Biblical word gan means walled garden.
Niklas Goldbach
'Gan Eden', a film by Niklas Goldbach, also inverts the relationship between architecture and nature. It was filmed in 2005 in the remains of the Dutch pavilion designed by MVRDV for the World Expo 2000 in Hanover, Germany. The pavilion was intended as a multi-level park but was left to decay when the Expo closed. Goldbach's film sees two men cruising in the decaying pavilion as an act of re-appropriation. In a text in the accompanying catalogue, the architects celebrate the creation of a new ruin in this transition from utopia to dystopia. Overcome by nature, the pavilion became the park it had always aspired to be.
Elias Redstone
Niklas Goldbach nutzt in seinen Filmen My Barrio und Gan Eden den Set-Charakter moderner architektonischer Ensembles. Vereinzelte junge Männer durchschreiten sie beherzten Schrittes wie Models – scheinbar ziellos und doch vom Gestus der Zielstrebigkeit beseelt. Gelegentlich gehen sie auch mit ihren Spiegelbildern spazieren, und manchmal treffen sie auf gleichgekleidete Gegenüber, die sie, wie es scheint, zwangsläufig lieben müssen. Moderne Architektur inszeniert sich gern als Bühne, auf der sie nur noch ausdefinierte Blicke zulassen möchte. Und als Menschen stellt sie sich Schauspieler vor, die uns Wohnen und Leben vorspielen. Mit Bäumen hat sie das schon geschafft. Menschen, denen man auch die Wurzeln gekappt hat, bleibt demgegenüber immer noch das Medium einer subversiven Affirmation. Alle Räume werden immer wieder neu zurechtgebogen – für ein eingebildetes und für ein reales Leben. Niklas Goldbach betreibt dieses Spiel in äußerster Konsequenz. Seine Kamera- und Schnittarbeit erzeugt jene Doppeldeutigkeit der Realität, die Foucault in seinen „Anderen Räumen" beschworen hat. Seine Bühnen sind der verlassene Pavillon einer Weltausstellung und die Beton- und Granitflächen, Säulengänge, Glaswände, Treppenanlagen, Wasserbecken und Rasenquader eines in eine städtische Öde gesetzten Regierungsviertels. Seine Protagonisten markieren darin ihre vorübergehenden Terrains wie die ersten und letzten Bewohner einer durchgestalteten Welt, die nur noch mit einer inneren Mission zu ertragen ist. Das Leben lebt zwar nicht, aber es bricht sich Bahn.
Heinz Emigholz, 2007
Credits:
With: Niklas Goldbach, Viktor Neumann
Foley Artist: Martin Langenbach
Sound Design by Christian Obermaier
Sound Mix by Poleposition D.C.