The Nature Of Things No.3
Video Installation, 198 min loop, Full HD, Stereo, 2014
With Niklas Riepshof / Set-Assistance: Viktor Neumann
"The Nature Of Things No.3" was filmed in the marsh landscape of "Teufelsmoor Worpswede", a former turf mining region which got re-cultivated into a recreation and landscape conservation area.
Text: Niklas Goldbach
Die Videoarbeiten von Niklas Goldbach laden geradezu dazu ein, in ihnen zu versinken. Sie sind geprägt von atemberaubender Ästhetik, höchsten qualitativen Ansprüchen und Detailversessenheit. Und dennoch fehlt ihnen jegliche Form von Sensation oder Abenteuerlichkeit, stattdessen berichten sie von distanzierter Betrachtung aus dem Nichts heraus. (...) Für die Große Kunstschau versammelt Goldbach eine Auswahl neuerer Arbeiten, in denen das zeitgenössische Verständnis von Landschaft im Mittelpunkt steht. Er thematisiert Natur als durch den Menschen und seinen Gestaltungswillen besetzten Raum und reflektiert das tradierte Bild von Landschaft hinsichtlich moderner Nutzung von Natur. Sein Hauptdarsteller agiert in einem Naturraum, der von Menschenhand erzeugt, strukturiert, missbraucht und später renaturiert wurde. Die Serie The Nature Of Things beginnt in einem Nutzwald in Schweden, setzt sich fort in dem industriellen Abbaugebiet in Garzweiler und endet mit The Nature Of Things No.3 in Worpswede mit Blick über die renaturierte Landschaft, die einst vom Torfabbau ausgebeutet war. Sein gefesselter Stadtmensch leidet stundenlang vor angeblich romantischer Kulisse.
Susanne Hinrichs, Katalog Text Paula Modersohn-Becker Jubiläumspreis, 2014
Niklas Goldbach war 2014 Jubiläumspreisträger des Landkreises Osterholz und produzierte im September in den Künstlerhäusern Worpswede ein neues Video für die Ausstellung des Paula Modersohn-Becker Preises in der Großen Kunstschau Worpswede, kuratiert von Susanne Hinrichs. Für den dritten Teil seines Video-Zyklus The Nature of Things drehte er einen 198 Minuten langen Loop, der einen jungen Mann, mit schwarzer Hose und weißem Hemd gekleidet, liegend und an einen Pfahl gebunden, vor der Landschaft des Teufelsmoores zeigt. (...) Niklas Goldbach schafft mit seinem Video im Wissen um diesen Diskurs neue bildliche Allegorien. Vor dem Hintergrund des Kontextes dieses Ortes und seiner meist naturalistischen Deutungen der Vergangenheit und Gegenwart sieht er sich dabei jedoch offensichtlich mehr einem Realismus verpflichtet. Seine Bilder appellieren aus einem Zustand des Übergangs für eine dringend nötige Neuorientierung der menschlichen Zivilisationssysteme.
Tim Voss, Künstlerhäuser Worpswede
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The Nature Of Things No.2
Video Installation, 226 min loop, Full HD, Stereo, 2014
With Chris Hartung / Set-Assistance: Viktor Neumann
The Nature Of Things No.2 was filmed in spring 2014 at the Garzweiler surface mine in the German state of North-Rhine Westphalia. The mine currently has a size of 48 km² and got its name from the village of Garzweiler which previously existed at this location. The video was filmed in an area where the mining process is finished and a new, man-made landscape has been created. The video shows a young man's struggle being tied to an industrial boundary poll for the duration of almost 4 hours.
Text: Niklas Goldbach
Anlässlich der Ausstellung Time Pieces konzipierte Niklas Goldbach (*1973 in Witten, lebt in Berlin) eine neue Videoarbeit, die nun im Nordstern Videokunstzentrum erstmalig präsentiert wird. Das Video ist angelehnt an seine Arbeit The Nature of Things, die im Sommer 2011 über 3,5 Stunden während einer „weißen Nacht" in Västerbottom, einer ländlichen Gegend in Nordschweden, gedreht wurde. Darin sieht man eine von Goldbachs typischen uniformierten Figuren an einen Baum gefesselt vor der herrschaftlichen Kulisse der von der Mitternachtssonne beleuchteten schwedischen Landschaft. Angelehnt an die Figur des Heiligen Sebastian erforscht der Künstler die Bandbreite menschlicher Reaktionen – von Angst und Unterwerfung bis hin zu Auflehnung, Kampf und Resignation. Für die neue Arbeit hat Goldbach, der aus dem Ruhrgebiet stammt, den Schauplatz in das Braunkohletagebaugebiet Garzweiler verlegt. Vor der riesigen, noch immer im Abbau befindlichen Grube verschiebt sich der Kontext der Arbeit sowie die Haltung des Protagonisten und wird um neue epische Fragestellungen, die Mensch und Natur – die vom Menschen geschaffene bzw. zerstörte Natur – betreffen, erweitert.
Eva Scharrer, in Time Pieces, Catalogue Text, 2014
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The Nature Of Things
Video Installation, 202 min loop, Full HD, Stereo, 2011
With Jonas Westlund / Set-Assistance: Rasmus West
The Nature Of Things was filmed during night time in summer 2011 in Västerbottom, a predominantly rural province in the north of Sweden. Set in front of an agricultural landscape, the video shows a young man's struggle being tied to a tree for the duration of almost 3.5 hours.
Text: Niklas Goldbach
The title of this work by Niklas Goldbach features one of the most important guidelines to his research. In each of his works, the actions performed by individuals – who are always dressed in white shirt and black trousers in order to convey the standardization of our time and underline the necessity of an overall view – allow an in-depth reflection on the relations between man and context, nature of behaviours, human temperament and social hierarchies. The taste for images, cinema, and photography outcrops in framings, in the sense and iconographic references of scenes, and also in the power of plots, whose staging is especially built in order to show the work as a tableau vivant. In The Nature Of Things we see a young man who is tied to a tree. Goldbach shot this almost 3.5 hour long video during a "white night" in the countryside of Västerbottom, a rural region of North-Sweden. Referring to the representation of St. Sebastian, and recording a wide variety of behaviours, attitudes and expressions that characterize some of the most aching feelings and challenges that a person can experience during his existence, Goldbach shows us fear, submission, addiction, rebellion against imposition, willpower, capability of reaction and strategy.
Elena Forin, in: The Eye of the Collector – Videoworks from the Collection Manuel de Santaren, Catalogue Text, 2012